Moin Ihr Schönen,

ich komme endlich dazu, meinen Blog wieder zu füttern.
Es gibt so viel Neues aber das kündige ich alles in der kommenden Woche an… (Gemein, ich weiß. *gg)

Zunächst aber einmal ein anderes Thema, dass viele zu interessieren scheint und ich habe versprochen, darüber zu schreiben. Ich glaube übrigens, ich habe noch nie einen derartigen Mädchen-Eintrag verfasst. *gg (An meine männlichen Mitleser: Sorry, Jungs. Es ist nicht jedes Mal so. Versprochen.)

Nachdem ich das Plakat zum Auftakt des Bühnenprogramms oder zuvor auch das Bildcover online gestellt habe, kam eine Frage so häufig wie kaum eine andere:

Ein Bild aus dieser Reihe:
(Geschossen übrigens im Frühjahr, ich habe nach Schottland also nicht wieder zugenommen, keine Sorge. 😉 )

DasIstEsBildModefrage

„Was zur Hölle trägt die Jäger da eigentlich?“
Hm? Oh! Ja also…
…Ich habe eine Wassermelone getragen!

Na dann wollen wir mal:
Nun zunächst einmal trage ich alles, was mir irgendwie gefällt. Ich habe Lieblingsfarben wie Rottöne, Lilatöne oder Schwarz und ja, ich weiß, dass schwarz keine Farbe ist sondern die Abwesenheit von Licht. Da aber niemand Klugscheißer leiden kann, lassen wir das mal so stehen. Weiß mag ich übrigens auch. Ebenfalls als Kleider. Und Weiß ist auch keine Farbe.

Es gibt auch Farben, in denen ich einfach nur denkbar bekloppt oder wie ein ehrenamtlicher Krankenhausclown aussehe. Gelb beispielsweise oder Türkis oder mein absoluter Farbenfeind: Orange!
Darin sehe ich einfach nur aus wie eine nervende Orange.

Ich trage vom Thema her stets das Gleiche.
Kleider. Nicht zu lang. Nicht zu weit. Nicht kaschierend. Keine Ärmellosen Kleider. Punkt. Im Sommer mit Strumpfhosen, im Herbst und Winter mit Leggins. Dazu Schuhe wie sie mir gefallen. Von langweilig bis Stiefel und Heels.
Jaaaaa, ich weiß, fette Frauen sollen keine Leggins tragen aber ist es mir mal scheiß egal was fette Frauen angeblich so alles sollen und was lieber nicht oder ist es mir scheiß egal? Was meint ihr?

Dicke Frauen sollen angeblich auch lieber keine Kleider tragen und schon gar keine engen Kleider, oder weiße Kleider oder nichts „zu kurzes“ weil das ja nicht so schön kaschiert.
Mit genau der Annahme bin ich auch immer herumgelaufen bis ich irgendwann einmal feststellte, dass ich in weiten, langen Klamotten allenfalls dicker aber sicher nicht kaschierter aussehe und mich so recht auch nie wohlfühlte. Ich habe stets an allem herumgezubbelt in der Angst, dass es hochrutscht oder anderweitig ohne mich eine Party feiert. Mein Interesse an überhaupt irgendeinen Style oder auch nur entfernt an Mode kam aber auch erst mit dem Gewichtsverlust.

Ein Mitglied der Familie sagte vor nicht allzu langer Zeit einmal „Also mit dem Kleid würde ich an Deiner Stelle ja nicht herumlaufen. Darin hast Du so einen dicken Arsch.“
Achsooooooooo…. das liegt an dem Kleid!
Und ich dachte schon, ich hätte generell einen dicken Hintern!

Also ja, ich trage oft und überaus gern eng anliegende Kleider weil ich das mag und weil ich nun einmal eine dicke Frau bin und mich so oder so nicht verstecken kann – und viel mehr als das: Es gar nicht will.

Wo hole ich meine Kleider denn her?
Aus den Staaten sehr viel und gerne auch aus England.

Wo genau:

www.kiyonna.com (Mein Lieblings-Shop. Online bestellbar, kein deutschsprachiger Shop vorhanden. Mit USPS und DHL geliefert. Nervt tierisch am zoll, kommt aber immer an.)

www.igigi.com (Ebenfalls toll! Ich bin total verknallt in Igigi.)

Kleider meiner Schneiderin, der wunderbaren Sabine Hanneger. Die schneidert dann auf den cm genau alles auf meine Maße. Ein fantastisches Weib!

www.swakdesigns.com (Reinschauen lohnt sich sicher!)

www.navabi.de kommt auch ab und an vor.  (Deutscher Versand, Yay!)

Das rote Oberteil vom Cover und Plakat ist beispielsweise von Kiyonna.
Ich habe Kleidergröße 56, ab und an noch 58 meist aber weniger. Tendenz so langsam sinkend und ich habe auch schon die ersten Kleider in 54 und schmaler.

Mein Badeanzug ist übrigens auch von Kiyonna und ich trage eine Radler-Leggins darunter weil meine Oberschenkel-Innenseiten so unfassbar scheiße aussehen und das nicht besser wird mit der Abnahme. Ich sage nur: Fledermausflügel – Nur eben an den Beinen. 😉

Ich habe auch ein Kleid von C&A tatsächlich.
Nichts von H&M und um es mit den Worten der wunderbaren Ulrike Bartos zu sagen, die u.a. einen Modeblog führt, (den ich nur wärmstens empfehlen kann: www.missbartoz.de) „Bei Zara passen mir nur die Handtaschen.“
Die klassischen, deutschen Übergrößen-Läden sind bestimmt auch für viele toll, für mich nur im Bereich BH’s, Leggins und Strumpfhosen – manchmal Schuhe wenn überhaupt und Accessoires.
Das ist keine Wertung, ich will also niemanden in die Kommentare heulen sehen, dass ich gesagt hätte, UP oder BP oder sonst was wäre nichts. Das habe ich nicht gesagt und auch nicht gemeint, ich habe schlicht einen anderen Style meistens. Fände ich dort was das mir zusagt und dann auch passt und nicht, wie sehr oft, zu kurz oder eben nicht mein Geschmack ist, dann landet das auch gern in meinem Schrank. Einige Designer sind großartig, bei denen ich auch kaufe. Wer schreit jetzt laut Guuuuiiiiddddooooooo?! 😉

Und sonst so:

Ich orientiere mich weder an Marken, noch an Trends, habe aber deutlich meine Vorlieben. Ich mag es divenhaft, vor allem wenn ich ausgehe. Ich mag Mode und ich ziehe mich gerne an. Ich weiß, dass ich dick bin und ja, ich arbeite daran aber das heißt noch laaaange nicht, dass ich mich nicht trotzdem großartig finden und fühlen kann. Kleidung ändert viel an meinem Körpergefühl. Ganz eindeutig und die Zeiten, in denen Mode nur etwas bis Größe 40 war, sind längst vorbei. Gott lob!

Ich hasse ¾ Ärmel oder Hosen, darin sehe ich aus als hätte ich meine Sachen zu heiß gewaschen. Ausserdem macht mich das dicker. Ich trage niemals Jacken und besitze keine Regenjacke. Ich stehe aber auf Mäntel. Ich mag es feminin. Ich betone gerne meinen Figur-Typ. Nein, der nennt sich nicht „Pudding“.
Nichts an meinen Outfits ist „Hipp“ oder „Sportlich“. Ich mag Jeans in keiner Art an mir. Ich mag aber Stulpen und ja, das ist SO 80er. Ich kann keine Kleider tragen, die Bodenlang sind, weil ich darin aussehe wie eine Litfaßsäule. Ich würde gern, weil ich total auf Maxi-Dresses stehe aber das geht leider (noch) nicht. Ich bin stets ein wenig overdressed. Das weiß ich und ja, das ist Absicht.

Ich habe Schuhgröße 41½/42. Meine Schuhe kaufe ich überall wo mir was Schönes auffällt. Ja, ich achte darauf dass die Schuhe passen oder gänzlich aus der Rolle fallen. Manchmal sind sie das Highlight. Für den Alltag Waldläufer. Ich renne viel rum in der Praxis und auch sonst sind die gut zu meinen Füßen und haben meinen Fersensporn mit wegtherapiert. Absolut empfehlenswert. Für abends alles mit und ohne Absätze. Mit meinem Schmuck und Taschen halte ich es wie mit den Schuhen. Was gefällt, wird gekauft. Viele Frauen sammeln Schuhe, Taschen, Schals etc. Ich kann mich bei Kleidern und Ketten dumm und dusselig kaufen.

Tipp? Klar:
Es ist tatsächlich so manches Mal lohnenswert, Kleider in anderen Größen zu probieren als man sie normalerweise hat. Ihr wäret überrascht wie oft es gut aussieht auch wenn man dachte, es sei zu klein.
Ich musste das erst lernen und auch dabei hat mir meine wunderbare Schneiderin (in Kürze mehr Infos dazu) geholfen und großes geleistet. Einfach indem sie mich zwang Kleider zu probieren, in die ich mich nie im Leben getraut hätte. Ich habe mein halbes Leben ohne Style gelebt weil ich nicht einmal im Ansatz auf die Idee gekommen wäre, dass Mode ein Thema für mich sein könnte. Ein Model wird aus mir auch nicht mehr oder gar irgendeine Modeberaterin. Das können andere Mädels mit tollen Modeblogs und mit Rundungen deutlich besser, ausführlicher und spannender aber wenn es nun einmal so oft gefragt wird, will ich nicht passen.
Übrigens: Keine Angst vor Farben. Dass Schwarz kaschiert ist nur bedingt richtig und ihr braucht Euch auch nicht zu kaschieren. Zunächst einmal seid ihr aktuell wie ihr nun einmal seid und auch wenn ihr daran evtl etwas ändern wollt, dürft ihr Euch wohlfühlen und zeigen. Also Mädels, zeigt her Eure Kleider, Hintern, Oberweiten, Hüften und Schuhe! Ihr dürft das alle!!

Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich weiß, dass es viele Dinge zu beachten gibt bei Mode und dass es angeblich Sachen gibt, die Mode darf und Dinge, die Mode nicht darf.
Mir ist das recht egal. Mode muss für mich vor allem eines: Sich gut anfühlen an mir und in meinem Kopf.
Es wird immer Menschen geben die der Meinung sind ich solle es anders machen – wenn diese Ahnung haben, höre ich sogar gerne zu, wenn sie einfach nur eine Meinung haben…
…tjoa, wie soll ich es sagen, ich habe da ja so eine Wassermelone getragen.

Laufe ich immer so herum wie im TV, auf dem Buchcover und so wie auch anderswo zu sehen? Ja! Absolut. Egal ob beim einkaufen, in der Praxis bei Freunden oder vor einer Kamera. Ich kostümiere mich nicht. Ich mache das in erster Linie für mich, nicht für den der schaut.

Nur Zuhause, da sehe ich abends gerne aus, als hätte mich jemand in einem Sack entführt und aufs Sofa geworfen…

Ich wünsche Euch und mir ein tolles Wochenende.

Nicole.

P.s.: Wenn Mädels unter Euch sind, die wie ich auf die ganzen Mittelalterkleider stehen: Bescheid sagen, da habe ich auch einen ganzen Haufen von und ein paar Tipps parat.