Fettverbrennung!
Yay!
Da ernährt man sich gesund, bewegt sich viel, strampelt sich ab, steigt auf Waagen und das alles um am Ende weniger zu wiegen.
Fettverbrennung ist das Lieblingswort aller Abnehmwilligen.
Wobei, nein, mein Lieblingswort wäre eher GingVonAlleinWährendIchSchliefMitSchokoladeImMund.

Bei der Vorstellung Fett zu verbrennen stellte sich mir letztens die Frage:
Wo geht es denn hin, dieses Fett, wenn ich es nicht mehr brauche?
Also mal so ganz genau betrachtet.
Es gibt Menschen um mich herum, die monieren, dass sie für jedes Kilo, welches ich verliere, eines zunehmen würden.

Au weia. Ist Fett also ansteckend?
Oder geht Fett fremd?
Siedelt es am Ende vielleicht über?
Fett ist zwar eine Hure und nimmt beim richtigen Angebot echt jeden Körper,
allerdings ist es nicht so, dass es einfach nur weg hoppst.

Fettverbrennung zur Energiegewinnung und zur Wärmeerzeugung gut und schön.
Aber wo geht es denn hin dann das Fett wenn die Energie gewonnen ist und was ist Fett eigentlich?

Wir atmen Fett aus.

Zwar wird Fett zu einem gewissen Teil in Energie umgesetzt um damit Wärme zu gewinnen, der größte Teil des Fettes bei der Aufspaltung in seine Bestandteile wird allerdings mit dem Atem ausgestoßen in Form von Kohlenstoffdioxyd.

Ja, kein Witz.

Wenn wir Nahrung zu uns nehmen, füllt der Körper damit seine „Speisekammern“. Sind diese voll, wird der Rest ins Lager deponiert, für schlechte Zeiten.
Überschüssige Kohlehydrate und Proteine, aufgenommen durch das leckere Essen bei Oma, werden zum einlagern umgewandelt in chemische Komponenten mit dem hübschen Namen „Triglyceride“. Die Vorsilbe „Tri“ kommt aus dem griechischen und bedeutet drei oder dreifach, Glyceride sind Fette.
Die genannten Triglyceride (Dreifach-Fette) sind zusammengesetzt sind aus Kohlenstoff (Eins), Wasserstoff (Zwei) und Sauerstoff (Drei) und werden dann zusammen eingelagert als Fetttropfen (Glycerid) in den Fettzellen.

Um nun tatsächlich Fett zu verlieren, müssen wir versuchen diese eingelagerten Fette (Triglyceride) zu verstoffwechseln. Verstoffwechseln heißt nichts anders als etwas in seine Einzelteile zu zerlegen und dann seiner Bestimmung zuzuführen. Also zu verarbeiten oder auszuscheiden.
Dies geschieht, indem wir die Triglyceride „befreien“ und wieder aufspalten in ihre oben genannten Einzelteile, womit wir unter anderem auch den Kohlenstoff wieder frei setzen.
Da dieses nun nicht wild in unserem Körper herumfliegt, wird es auf direktem Wege aus dem Körper entlassen und das geschieht über die Atmung.
Wir atmen diesen Teil des Fettes also aus.
Und das ist ein enorm großer Teil.

Um 10 Kilogramm menschliches Körperfett zu verlieren muss man 29 Kilogramm (das ist übrigens echt viel) Sauerstoff einatmen, 28 Kilogramm Kohlendioxyd und 11 Kilo Wasser produzieren.

Das ist deswegen so interessant zu wissen, weil man sich am Ende mal fragen darf – vorausgesetzt, man ist so ein Nerd wie ich es bin – wie viel dieser verlorenen Kilogramm denn eigentlich nun wohin wirklich verschwindet.
Denn am Ende wird alles, aufgespalten in die kleinsten Elemente – die Atome -, ja irgendwie den Körper verlassen müssen.

Ganz wichtig zu wissen ist dabei ein ganz einfacher Teil der Physik:
Energie kann nur umgewandelt, nicht aber vernichtet werden.
Wenn wir Fett (Energie) verlieren und somit an Gewicht, muss das also irgendwo hin, denn bleiben kann es nicht, aufhören zu existieren kann es aber auch nicht.
Klar, es verlässt uns in Form von Wärme, wird umgewandelt in Muskelmasse evtl. was durch eine andere Zusammensetzung dann anders wiegt aber wir wandeln ja nun nicht 1Kg Körperfett in 1Kg Muskelmasse um.
Anderenfalls würde ich irgendwann 340Kg Muskelmasse wiegen.
Gruselig.

Nein, es ist tatsächlich so, dass uns das Fett zu einem Großteil in Form von (dann aufgespalten) Kohlenstoffdioxyd beim ausatmen verlässt.
Und das nicht zu knapp.
Von den 10 genannten Kilogramm gehen 8,4 Kilogramm in dieser Form aus dem Körper in die Luft.

Acht Komma Vier Kilogramm.
Ausgeatmet.

Somit kann man also sagen, dass unsere Lungen eines unserer primärsten Orane sind, um Fett aus dem Körper zu transportieren.

Der Rest der 10Kg, also die übrigen 1,6kg verlassen uns übrigens auf einem flüssigen Weg in Form von Urin, Kot, Schweiß, Flüssigkeit im Atem, Tränen und andere Körperflüssigkeiten.

Sooooooo…

Heißt das nun, wir atmen einfach ein wenig schneller und nehmen dadurch ab?
Meeeega Idee, macht nur leider ohnmächtig.
Wenn wir schneller atmen als unsere Verstoffwechselungsrate es vorsieht, dann hyperventilieren wir. Uns wird dabei schwindelig, wir bekommen Herzklopfen und verlieren schlussendlich das Bewusstsein.

Auf dem Boden zu liegen und zu sabbern ist eine eher fragwürdige Methode um abzunehmen.

Aber:

Wenn ihr das nächste Mal das Gefühl habt, beim Sport wie ein Idiot auszusehen, zu schwitzen und ständig schnauft und schneller atmet auf diesem verkackten Crosstrainer dann hilft Euch vielleicht folgender Gedanke:

Mit jedem Atemzug der dort fließt, geht ein wenig Fett aus Eurem Körper verloren.
Also raus aus der Bude, runter vom Sofa, rein in die Sportklamotten und Atmen was das Zeug hält!
Aber eben immer so viel, wie die Situation es erfordert!

Nicole